Meknes - Zeit, für ein anderes Marokko

Wir fuhren am nächsten Morgen direkt mit der Bahn nach Meknes. Meknes ist nicht weit von Fes entfernt und man sollte es unbedingt gesehen haben. Wir stiegen am Bahnhof aus und machten uns per Fuß auf den Weg in die Medina. Nach circa einer Stunde Fußmarsch hatten wir es geschafft. Erschöpft wollten wir einfach nur unsere Sachen irgendwo niederlassen und die Stadt erkunden. Das erste Hotel war auch nicht weit. Die Medina ist wunderschön. Die Menschen sind freundlich und zuvorkommend. Man fühlte sich direkt wohl. Wir erkundeten per Fuß die Stadt, entlang der Stadtmauern und gingen zum Königspalast. Dort erfuhren wir sogar von einem Bediensteten des Königs, dass Mohammed (König von Marokko) im Moment Urlaub an der Elfenbeinküste macht. Viel konnte man von seinem Ansehen nicht sehen, da zu der Zeit viel gebaut bzw. renoviert wurde. Natürlich waren die Sicherheitsvorkehrungen auch sehr hoch. Wir gingen, bei extrem heißen Temperaturen, weiter und machten erstmal Rast an einem kleinen See. Wir erfuhren, dass dieser See dem König gehört und dass dort sehr viele Kinder baden dürfen. Nach der Verschnaufspause machten wir uns auf den Weg zum Marktplatz, um eine Kleinigkeit zu essen. Das Essen  war, um ehrlich zu sein, nicht so gut wie in Marrakesch, aber auch um einiges billiger. Abends war hier auf dem Marktplatz enorm viel los. Die Leute tanzten, hörten Musik und verbreiteten gute Laune. Ein paar Meter weiter war ein riesiger Flohmarkt, wo man wirklich alles finden konnte.

Wir entschieden uns noch eine weiter Nacht in Meknes zu bleiben, da es uns so gut gefiel. Am nächsten Tag ging es leider meiner Reisebegleitung nicht so gut. Ich machte mich somit auf eigene Faust auf Entdeckungstour. Ich sah wie eine Mädchengruppe auf einem abgelegenen Bolzplatz Fußball spielte. Später erfuhr ich, dass dies ein offizielles Training war. Ich setzte mich zunächst einmal daneben und beobachte, wie sie sich anstellten. Nach einiger Zeit wurde ich sogar gefragt, ob ich nicht mitmachen wollte. Ich war überrascht, aber ergriff die Chance, um mich mit den Mädchen zu messen. Nach einem anstrengend Training bei 34 Grad ging ich wieder zum Hotel. Am Abend wollten wir das Spiel Barcelona vs. PSG in einem Cafe anschauen. Direkt gegenüber von unserem Hotel übertrug ein Cafe das Spiel. Die Stimmung war toll und alle fieberten mit, tranken Kaffee, Tee und rauchten. Wir saßen direkt neben den Einheimischen und machten uns bei diesem phänomenalen Spiel einen letzten schönen Abend in Meknes. Denn am nächsten Tag sollte unsere Reise weitergehen. Meknes hat uns beide fasziniert und wir waren uns sicher, dass wir hier, sobald wir wieder einmal in Marokko sind, für einen Cafe herkommen würden. Ein Taxi brachte uns wieder zum Bahnhof, wo wir den Zug nach Marrakesch nahmen.